Ein Stein aus Dresden am Aachener Dom
Ein Stein der Dresdener Frauenkirche am Aachener Dom
Gibt es einen Stein aus der Dresdener Frauenkirche, der im Aachener Dom verbaut ist? Diese Frage wurde mir bereits häufiger gestellt. Mein erster Impuls war, dies wieder für eine dieser Halbwahrheiten oder Erfindungen zu halten, die sich wie Efeu um die Mauern berühmter Bauwerke ranken. Ein Hinweis von Dombaumeister Dr. Jan Richarz belehrte mich jedoch eines Besseren.
Dank seines Tipps konnte ich besagten Stein am östlichen Außenpfeiler der gotischen Chorhalle in einer Höhe von ca. 6 Metern entdecken. Doch wann und aus welchem Grund er dorthin gekommen war, blieb weiterhin unklar. Für Aufklärung sorgte schließlich der frühere Dombaumeister Helmut Maintz, unter dessen Ägide der Stein am jetzigen Standort eingebaut wurde.
Maintz berichtete, dass man im Rahmen eines Treffens der europäischen Dombaumeistervereinigung auf die Idee gekommen sei, unter den Kathedralen und Münstern charakteristische Steine der jeweiligen Bauwerke mit (neuen) Elbsandsandsteinen der Frauenkirche als Zeichen der konstruktiven Zusammenarbeit zu tauschen.
Da in Aachen gerade die Gesamtsanierung der Chorhalle lief, war der Zeitpunkt ideal und man bot im Gegenzug einen (neuen) Herzogenrather Sandstein zum Tausch an. Der betreffende Stein wurde sorgsam ausgewählt, damit die Dresdener Kollegen einen gleich großen Stein herstellen konnten. Beide Steine wurden mit Inschriften versehen, die auf die Funktion und die Herstellungszeit des Bauteils hinwiesen. Die symbolische Übernahme der Steine erfolgte im Rahmen eines Benefizkonzerts der Dresdener Bank.

Dieser Stein aus neuem Herzogenrather Sandstein wurde in der Frauenkirche eingesetzt.
Der Aachener Stein wurde schließlich im Spindelaufgang zur Kuppel der Frauenkirche in einer Seitennische eingebaut. Der Dresdener Stein fand Mitte 1999 seinen Platz im Pfeiler 1a der Chorhalle (von außen gesehen der linke Pfeiler im Osten der Chorhalle). Der Aachener Stein wurde schließlich im Spindelaufgang zur Kuppel der Frauenkirche in einer Seitennische eingebaut. Der Dresdener Stein fand Mitte 1999 seinen Platz im Pfeiler 1a der Chorhalle (von außen gesehen der linke Pfeiler im Osten der Chorhalle). Seitdem ist er für den informierten Besucher gut zu entdecken – wenn man weiß, wo man ihn suchen muss!

Der Stein der Dresdener Frauenkirche ist gut in der dritten Reihe über dem Sims im Ostpfeiler der Chorhalle auszumachen.
Bericht


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