extempore – Journal für Geschichte und Archäologie2021-07-28T14:32:53+02:00

Digitales Entwicklungsland

Eine Pressemeldung, nach der wir uns in Deutschland im Status eines Entwicklungslandes befinden sollten, ließ mich aufhorchen.

Ist dem wirklich so? Oder hat da wieder jemand maßlos übertrieben? Wir stehen doch schließlich auf Platz vier aller Wirtschaftsnationen. Also doch alles übertrieben?

Was mich betrifft erfahre ich fast jeden Tag, dass ich bei oben angesprochenem Dilemma an meine Grenzen stoße. Bisher habe ich mich stets damit herausgeredet, dass das eine Sache der Jungen wäre und mich nur noch peripher beträfe.

Ein Trugschluss, der sich Tag für Tag widerlegt. Ob Impfung, Urlaub, Bankgeschäfte oder… Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Immer wieder fühle ich mich genötigt, das Alte und Bewährte aufzugeben und mich damit abzufinden, die entstandenen Leerstellen mit neuem Wissen zu füllen.

Aber bin ich deshalb Teil eines Entwicklungslandes?

Sicherlich ist vieles übertrieben und einem momentanen „Hipe“ unterworfen. Auf meinem Smartphone stapeln sich die Apps, die ich zum großen Teil nach wenigen Anwendungen wieder löschen sollte. Das eine oder andere wird sich gewiss regulieren und analog muss nicht immer die schlechtere Lösung sein.

Aber wie soll es Gorbatschow vor 30 Jahren formuliert haben: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“ Da ich aber weder zu spät kommen und auch nicht bestraft werden möchte, muss ich mich wohl in das Unweigerliche fügen und mich neuen Inhalten und Herausforderungen stellen. Alleine schon deshalb, um beurteilen zu können, was wirklich wichtig und was auf den Misthaufen der Geschichte gehört.

In diesem Sinne, euer

Michael Kuhn

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und noch vieles mehr haben sich die Macher und Unterstützer des neuen Online-Journals „extempore“ auf ihre Fahnen geschrieben.

„extempore“ (aus der Zeit) ist aktuell, kompetent, informativ, interaktiv und spannend.

Die Vergangenheit fasziniert und fesselt große Teile unserer Bevölkerung. Voller Ehrfurcht halten wir die Relikte vergangener Epochen in unseren Händen oder bestaunen die Überreste, die Archäologen dem Vergessen entrissen haben. Geschichte und Archäologie sind „gelebte“ Vergangenheit, die unser Handeln und Denken bis auf den heutigen Tag bestimmen. Sie sind sozusagen mit unserer DNA verknüpft. Unser Tun ist in großen Teilen durch die Erfahrungen bestimmt, die wir auf unserem Lebensweg gesammelt haben. Nimm einem Menschen seine Vergangenheit und du löschst dessen Persönlichkeit aus. Das gleiche gilt für zivilisatorische Gesellschaften in allen Regionen und Kontinenten unserer Welt.

Es ist von Anfang an unser Ziel, das Interesse an unserer Vergangenheit zu fördern und die Auseinandersetzung damit um den Baustein der interdisziplinären Vernetzung zu erweitern.

Zum einen berichtet unser Team von kompetenten Autoren aus allen Bereichen der Geschichte und Archäologie aktuell und themenbezogen.

Zum anderen möchten wir all denen eine Stimme geben, deren Schaffen und Forschen eher im Verborgenen stattgefunden hat. „extempore“ gibt allen die Möglichkeit, ihre Erkenntnisse einem überregionalen und nur durch den deutschen Sprachraum begrenzten Leserkreis zu präsentieren.

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Eisen und Brot für die Germanischen Provinzen?

Eine landschaftliche Prospektion in der Nordeifel

De Praestigiis Daemonum

Von Dämonen besessen oder psychisch krank

Auf  Leben und Tod!

Ein Besuch des Regensburger Stadtparks, dem ehemaligen Lazarusfriedhof

[…]

Ein gottloses Frauenhaus

Prostitution im mittelalterlichen Nürnberg

Quod erat demonstrandum

War Julius Caesar der Namensgeber von Jülich?

Lieber Felizius,

Es ist schwer zu glauben, dass du gegangen bist.

Wir werden dich vermissen, deine Geradlinigkeit und Ehrlichkeit, deine Ecken und Kanten, deine spontane Lebensfreude, deine Überzeugungskraft und Freundlichkeit, deine Hilfsbereitschaft und dein Engagement für Andere.

Vor allem hast du die Natur mit all ihren Facetten und Wundern geliebt. Dass sie und deine aufopferungsvolle Hilfsbereitschaft es waren, die dich zur Unzeit geholt haben, ist nur schwer zu verstehen.

Dabei hattest du noch so viele Pläne, die darauf warteten umgesetzt zu werden. Wie Keine(r) wusstest du um die Geheimnisse der Vergangenheit, die jetzt weiterhin im Boden schlummern. Ob Wünschelrute oder modernste Methoden, jedes Mittel war dir recht, der Heimaterde die Rätsel zu entlocken, denen du zeitlebens auf der Spur warst. Die Wissenschaft, insbesondere die Archäologie, hat dir so viel zu verdanken. Hilfsbereitschaft, Neugier und Entdeckerfreude, das waren die Zutaten, die einen großen Teil deines Lebens bestimmten.

Du hast die Menschen und die Geschichten geliebt, die sich zum sie rankten. Vielleicht ist es ein Trost, dass auch über dich vieles zu erzählen bleibt. Du warst ein Teil der geheimnisvollen und wunderschönen Nordeifel und wirst im Gedächtnis der Menschen bleiben.

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