extempore – Journal für Geschichte und Archäologie2021-11-19T16:44:04+01:00

Sommer-Editorial August/September 2022

Hundstage

Einfach nur im Schatten dösen und auf den Abend und einen kühlen Windzug hoffen. Ein Blick auf die Uhr verstärkt die Gewissheit, dass in wenigen Stunden ein Hauch nach Holzkohle und Gebratenem heranzieht.

Wenn es nicht so viel Mühe machen würde, würde man sich am liebsten jetzt schon ein kühles Getränk gönnen. Aber der Kühlschrank und der Supermarkt sind so weit weg. Vielleicht kommt ja jemand vorbei und macht der Qual ein Ende. Aber außer dem Gesumme von Bienen und Hummeln rührt sich nichts. Selbst der nervige Kläffer des Nachbarn scheint sich wie die Katzen der Umgebung in den Keller zurückgezogen zu haben. Ein Blick auf die verdorrenden Blumenkübel und die braune Wiese mahnt dringend einen Gang in die Garage an, wo vom Wasserschlauch bis zu den grellbunten Plastikkannen alles zum Gießen bereitsteht.

Umwelt und Inflation hin, Krieg und Corona her, man hätte doch lieber in den Urlaub fahren oder fliegen sollen. Wer weiß ob es dazu nächstes Jahr noch reicht? Vielleicht erfrieren wir ja alle im Winter. Aus der Nähe dringt das Murmeln des Verkehrs an mein Ohr. Erdrückt von der Schwere meiner Gedanken muss ich eingenickt sein. Als ich in Schweiß gebadet hochschrecke, steht die Sonne ein gutes Stück tiefer, ohne viel an Kraft eingebüßt zu haben.

Was wollte ich noch mal? Ach ja, ein Getränk aus dem Kühlschrank holen und Putin, Erdogan, Viktor Orban und wen sonst noch verfluchen. Zumindest Ersteres ist mir gelungen. Dann holt mich das Summen des Telefons in die Wirklichkeit zurück.

„Kommst du vorbei?“, meldet sich eine wohlbekannte, etwas hohe Stimme. „Wir wollen heute was Grillen. Kannst du eventuell Brot und einen Salat mitbringen. Es kommen interessante Leute und es wird gute Gespräche geben.“

Schnell ergebe ich mich in mein Schicksal. Ich will mich einfach nicht wehren, auch wenn ein öder Abend droht. Am meisten hasse ich den Stress, der jetzt mit gierigen Händen an mir fingert. Duschen, umziehen, Brot und Salat besorgen und durch die halbe Stadt fahren. Wie solle ich das alles in weniger als zwei Stunden hinbekommen?

Ach ja! In Wembley sind wir mal wieder beschissen worden. Man musste diesen Elfmeter und die rote Karte geben. Egal ob der Elfer drin gewesen wäre oder nicht, mit zehn Spielerinnen hätten die Engländerinnen niemals gewonnen.

In diesem Sinne ein schöner Sommer.

Euer

Michael Kuhn

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„extempore“ (aus der Zeit) ist aktuell, kompetent, informativ, interaktiv und spannend.

Die Vergangenheit fasziniert und fesselt große Teile unserer Bevölkerung. Voller Ehrfurcht halten wir die Relikte vergangener Epochen in unseren Händen oder bestaunen die Überreste, die Archäologen dem Vergessen entrissen haben. Geschichte und Archäologie sind „gelebte“ Vergangenheit, die unser Handeln und Denken bis auf den heutigen Tag bestimmen. Sie sind sozusagen mit unserer DNA verknüpft. Unser Tun ist in großen Teilen durch die Erfahrungen bestimmt, die wir auf unserem Lebensweg gesammelt haben. Nimm einem Menschen seine Vergangenheit und du löschst dessen Persönlichkeit aus. Das gleiche gilt für zivilisatorische Gesellschaften in allen Regionen und Kontinenten unserer Welt.

Es ist von Anfang an unser Ziel, das Interesse an unserer Vergangenheit zu fördern und die Auseinandersetzung damit um den Baustein der interdisziplinären Vernetzung zu erweitern.

Zum einen berichtet unser Team von kompetenten Autoren aus allen Bereichen der Geschichte und Archäologie aktuell und themenbezogen.

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