Ist „Nie wieder“ eine Ermessensfrage?

Warum das NRW-Bauministerium den Abriss der Villa Buth verhindern muss.

Foto mit freundlicher Genehmigung von Leon Franke.

Autor: Arbeitskreis Villa Buth

Der Arbeitskreis Villa Buth hat ein ganz besonderes Event zum Erhalt des einzigartigen Denkmals der jüngeren Vergangenheit organisiert. Im renomierten Ambiente des „Aachener Quellenhofs“ beleuchten ausgewählte Experten und Vertreter der Lokalpolitik die Problematik um den Erhalt eines der herausragenden Orte der hiesigen Erinnerungskultur.

Symposium

Donnerstag, 12.11.2026, 18:00 Uhr

Parkhotel Quellenhof Aachen

Monheimsallee 52, 52062 Aachen

Die Villa Buth in Jülich-Kirchberg wurde 1893 als Wohnhaus für den Papierfabrikanten Carl Eichhorn errichtet. Während der nationalsozialistischen Herrschaft diente sie von März 1941 bis Juli 1942 als sogenanntes „jüdisches Sammellager“. Über 100 jüdische Menschen aus der Region wurden dort interniert, bevor sie deportiert wurden. Das Gebäude überstand den Zweiten Weltkrieg und wurde bis 2011 als Wohnhaus genutzt. Seine historische Bausubstanz ist bis heute weitgehend erhalten und steht unter Denkmalschutz.

Der Arbeitskreis Villa Buth setzt sich dafür ein, das Gebäude zu bewahren und am historischen Ort eine Gedenk- und Bildungsstätte zu schaffen. Doch der Eigentümer hat den Abriss beantragt. Der Abrissantrag liegt seit März dieses Jahres dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen zur Entscheidung vor.

Die Villa Buth ist ein in Nordrhein-Westfalen einzigartiger Erinnerungsort der regionalen Verfolgungsgeschichte. Ihre historische Bausubstanz macht die Geschichte der Shoah unmittelbar am Ort des Geschehens erfahrbar. Mit dem Abriss wäre dieses Zeugnis unwiederbringlich verloren. Im Rahmen des Symposiums möchten wir die Geschichte und Bedeutung der Villa Buth beleuchten und gemeinsam diskutieren, welche Verantwortung Politik, Gesellschaft und Denkmalpflege für den Erhalt solcher Orte tragen.

Programm

18:00 Uhr Einlass

18:30 Uhr Begrüßung

Anno August Jagdfeld

Unternehmer aus Jülich-Kirchberg

18:35 Uhr Einführung und Moderation

Prof. Dr. Frank Pohle

Honorarprofessor am historischen Institut der RWTH Aachen University

18:40 Uhr „Nationalsozialismus in der Region Aachen–Jülich und die Bedeutung regionaler Erinnerungskultur für die historisch-politische Bildung“

Prof. Dr. Elke Seefried

Lehrstuhl für Neuzeit (19.-21. Jh.) am Historischen Institut der RWTH Aachen University

19:00 Uhr „Geschichte und Bedeutung der Villa Buth“

Timo Ohrndorf

Geschichtslehrer und Autor

19:20 Uhr „Familiengeschichte einer Tochter und Enkelin von Internierten in der Villa Buth“

Martina Blümling

Tochter / Enkelin von Internierten

19:35 Uhr Podiumsdiskussion

„Warum das Bauministerium NRW den Abriss der Villa Buth verhindern muss“

mit:

Martina Blümling

Dr. Jürgen Linden, Oberbürgermeister a.D. der Stadt Aachen und Rechtsanwalt

Annette Liebeskind, Leiterin Abteilung Denkmalförderung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Timo Ohrndorf

Elisabeth Paul, Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Aachen

Prof. Dr. Elke Seefried

20:25 Uhr Schlusswort

„Ist ‚Nie wieder‘ Ermessenssache?“

Jürgen Beckers, Geschichtslehrer und Kabarettist

20:35 Uhr Ende der Veranstaltung

Organisation: Arbeitskreis Villa Buth

© Untere Denkmalbehörde Jülich

Rückfragen: arbeitskreis@villa-buth.de

Anmeldung bis zum 6.11.26 unter der oben angegebenen Mailadresse.